Einig war man sich, dass in Rottenburg Punkte aufs Konto der WWK Volleys München sollten. Ein Punkt fürs Konto sollte es werden, aber der erste Sieg blieb liegen. Die WWK Volleys München mussten sich am Samstagabend beim TV Rottenburg nach einem Fünf-Satz-Thriller mit 2:3 (22:25, 25:17, 25:18, 26:28, 25:27) geschlagen geben.
Nach einer 2:1-Satzführung und sieben ungenutzten Matchbällen im Tiebreak überwog die Enttäuschung über eine verpasste Chance. Zwei deutlich gewonnene Sätze zeigten, was die Münchner aufs Feld bringen können, für den ersten Sieg reichte es dennoch nicht.
Headcoach Tomek Wasilkowski setzte auf seine erprobte Starting Six aus Bastian Korreck, Jannes Wiesner, Stijn van Schie, Alexej Zhbankov und Laurenz Welsch, vertraute im Zuspiel dieses Mal von Beginn an auf Moritz Gärtner.
Der Start am Halloween-Abend verlief zunächst wenig vielversprechend. München geriet mit 4:7 ins Hintertreffen, kämpfte sich wieder heran, konnte die Gastgeber aber nicht dauerhaft unter Druck setzen. Rottenburg behielt über weite Strecken die Führung und holte sich den ersten Satz.
Im zweiten Durchgang brauchten die WWK Volleys erneut Anlauf. Ein Ass von Kapitän Stijn van Schie zum 5:5 brachte sie zurück auf Augenhöhe, zunächst blieb die Partie ausgeglichen. Dann gelang es den Münchnern, sich abzusetzen: Aus dem 15:12 wurde eine 18:13-Führung. Stijn van Schie stellte die Rottenburger Annahme mit seinen Aufschlägen vor Probleme, die Gäste übernahmen zunehmend die Kontrolle. Nun lief die Maschine rund und mit voller Power gen Satzgewinn. Ein weiteres Ass von Jannes Wiesner unterstrich den starken Münchner Auftritt. Mit 25:17 ging der Satz deutlich an die WWK Volleys.
Und diesmal hielten sie das Niveau. Zwar lag München im dritten Durchgang zunächst mit 3:5 zurück, drehte den Spielstand aber auf 13:9. Basti Korreck erhöhte mit dem sechsten Münchner Ass des Abends zum 16:10. Auch am Netz griffen die Gäste zu: Nach drei Sätzen standen bereits zwölf Blockpunkte auf ihrem Konto, wovon sechs auf Alexej Zhbankov liefen. Die Gäste spielten weiter wie im Rausch, für den TVR wurde es immer schwieriger, eigene Punkte zu machen. Aus der 19:14-Führung machten die WWK Volleys das 21:16 und Jannes Wiesner setzte den Schlusspunkt zum 25:18. Die WWK Volleys führten mit 2:1, die Chance auf drei Punkte war da.
Doch Rottenburg ließ sich nicht abschütteln. Im vierten Satz liefen die Münchner erneut einem Rückstand hinterher, lagen 0:3 und später 11:15 zurück. Sie arbeiteten sich wieder heran und glichen zum 17:17 aus. Von da an blieb es eng. Keine Mannschaft konnte sich entscheidend lösen, jeder Punkt musste erkämpft werden. In der Verlängerung setzte sich schließlich der TVR mit 26:28 durch und erzwang den Tiebreak.
Dort erwischte München den besseren Start. Die Gäste führten schnell 4:1, wechselten bei 8:7 die Seiten und lagen auch beim 13:11 vorne. Libero Moritz Eckardt hopste in einer unglaublichen Rettungsaktion noch über die Bande, leider wurde das aber nicht belohnt, die Rottenburger glichen aus zum 13:13. Was jetzt folgen sollte, scheint gar unglaublich: Siebenmal fehlte den WWK Volleys nur noch ein Punkt zum ersten Saisonsieg. Siebenmal hielt Rottenburg dagegen. Erneut lagen die Münchner vorne, Stijn van Schie war nun am Aufschlag, er hatte in 20 Aufschlägen noch keinen Fehler gemacht, aber nun patzte sogar er. München wehrte seinerseits Matchbälle ab, blieb im Spiel und erarbeitete sich neue Möglichkeiten. Doch der entscheidende Punkt gelang den Gästen nicht. Nach 234 gespielten Minuten lautete das Endergebnis 25:27, die Sensation für Rottenburg, ein bitteres Ende für die WWK Volleys München.
Als MVP wurde Rottenburgs Diagonalangreifer Erik Brand ausgezeichnet, der mit 28 Punkten maßgeblich zum Erfolg der Gastgeber beitrug. Auf Münchner Seite war erneut Jannes Wiesner mit 24 Punkten der erfolgreichste Angreifer, gefolgt von Stijn van Schie mit 18 und Laurenz Welsch mit 17 Zählern.
Nach vier Spielen in zehn Tagen bleibt den WWK Volleys nun bis Donnerstag Zeit zur Erholung und zur Aufarbeitung. Dann steht im Achtelfinale des Zoi DVV-Pokals die nächste Herausforderung in Düren an. Aus Rottenburg nehmen die Münchner starke Phasen mit – und die Aufgabe, daraus einen vollständigen, erfolgreichen Auftritt zu machen.
Foto: Ralph Kunze
Text: Alexandra Feit
